Was ist Optische Notenerkennungssoftware (OMR)?

In diesem Artikel behandeln wir das Thema Optische Notenerkennung: Seine Geschichte und Entwicklung, seine Inhalte und seine Bedeutung für das digitale Musik-Setup.

Suchst Du nach einer Software, die analoge Musiknoten in ein Notensatzprogramm importiert?

Fragst Du Dich, wie man Bild- und PDF-Dateien mit Noten bearbeiten könnte?

Vielleicht ist es Dir gar nicht bewusst, aber Du suchst in diesem Fall Optische Notenerkennungssoftware.

Aber was genau ist Optische Notenerkennungssoftware?

Optische Notenerkennungssoftware (englisch Optical Music Recognition software, abgekürzt OMR) ist ein Programm oder Code, mit dem ein Computer Musiknoten auslesen und in eine vom Computer lesbare und editierbare Version der Musiknoten verwandeln kann. OMR ist völlig anders und weit komplizierter als standardmäßige Erkennungssoftware.

 

Geschichte der Optischen Notenerkennung

OMR ist ein Forschungsfeld, mit dem sich die Wissenschaft seit den 1960er-Jahren beschäftigt. Das Massachusetts Institute of Technology (MIT) war eine der ersten Forschungseinrichtungen, die sich näher mit diesem Thema auseinandersetzte.

Da die Speicher- und Rechenkapazitäten der damaligen Computer noch sehr beschränkt waren, konnten sie nur wenige Takte auf einmal scannen und wiedergeben.

Im Jahr 1984 entwickelte ein japanisches Forschungsteam der Waseda University das Programm WABOT, das als erstes nicht nur Noten scannen, sondern mittels eines elektronisches Orgelsounds auch wiedergeben konnte.

Mit der Verbreitung von Scannern nahm auch das Interesse an OMR weiter zu. Im Jahr 1991 wurde die erste kommerziell erwerbbare OMR-Software veröffentlicht: MIDISCAN von Musictek.

Durch das weitere Wachstum dieses Nutzungsbereichs trennte sich das Scannen und Wiedergeben von Musik (also der Kern von OMR) vom Transponieren, Bearbeiten und Komponieren (dem Kern von Notensatzsoftware) weiter ab.

Bekannte Notensatzprogramme, die für ihre vielfältigen Editiermöglichkeiten bekannt sind – wie etwa Finale und Sibelius – haben ihre OMR-Software zugunsten anderer Funktionen zurückgefahren.

Mit der zunehmenden Beliebtheit und Verbreitung von Smartphones und Tablets kam ein Bedürfnis für App-Kompatibilität hinzu.

Das ermöglichte das Aufkommen neuer und spezialisierter OMR-Software wie ScanScore, das eine Schlüsselfunktion erfüllt, die seit den 1960er-Jahren gebraucht wird.

Momentan herrschen aufregende Zeiten für OMR. Programme wie ScanScore haben den Markt neu in Schwung gebracht und profitieren von 60 Jahren Forschung und Entwicklung, um die beste Optische Notenerkennung mit App-Kompatibilität zu gewährleisten.

OMR und andere Erkennungssoftware

Man könnte denken, dass es mit den technologischen Voraussetzungen nicht allzu schwer sein dürfte, Notenmaterial einzuscannen.

Wenn man jedoch all die musikalischen Aspekte ausblendet, ist es leicht zu verstehen, warum die Musik im Vergleich zu einfacheren optischen Datenscannern hinter der Softwareforschung zurückgeblieben ist.

Früher war es üblich, OMR als Musikalische Optische Zeichenerkennung zu bezeichnen (englisch Optical Character Recognition, Music OCR). OCR bezeichnet die Software, die Textdokumente in eine digitale, editierbare Form bringt.

Mittlerweile haben Programmierer und Entwickler jedoch die großen Unterschiede zwischen der Erkennung von Text und von Musiknoten anerkannt.

Um das zu veranschaulichen, siehe Dir die folgende Aufzählung mal an und vergleiche, was in einem Standardtext im Gegensatz zu Musiknoten eingescannt werden muss.

Textdokument: 

  • Buchstaben
  • Zahlen
  • Symbole
  • Aussprache
  • Grammatik
  • Darstellung

Musiknoten:

  • Musikalische Symbole (Rhythmus, Tonhöhe)
  • Invertierte musikalische Symbole
  • Punktierungen, die halbe Notenwerte ergänzen
  • Tonhöhen
  • Tonarten
  • Verzierungen
  • Taktarten
  • Notenschlüssel
  • Akkorde
  • Songtexte
  • Ausdrucksbezeichnungen (Binde- und Haltebögen, Staccato etc.)
  • Dynamische Bezeichnungen 
  • Tempo-Bezeichnungen
  • Wiedergabe all dieser Parameter mit unterschiedlichen Instrumenten
  • Erweiterte Layoutfunktionen
  • Erkennung all dieser Parameter in unterschiedlichen Musik-Schriftarten

Das ist nur eine unvollständige Auflistung einiger Informationen, die in Notenmaterial enthalten sind, aber der Unterschied ist deutlich.

Glücklicherweise bieten mittlerweile Programme wie ScanScore eine hochspezialisierte OMR an, um diesen Bedarf abzudecken.

Hier ist eine weitere Übersicht von Ana Rebelo et al., die 2012 diese grafische Darstellung erstellt haben, die die einzelnen Schritte von OMR nach dem letzten Forschungsstand veranschaulicht.

Quelle: Wikipedia

Kann OMR Musiknoten wiedergeben?

Teilweise ja, was vom jeweiligen verwendeten Programm abhängt. ScanScore ist eine OMR, die dazu in der Lage ist. Führe dazu einen Scan mit der App oder einem Scanner durch, und ScanScore verwandelt die Noten in ein digitales und direkt abspielbares Dokument.

Dieses Dokument kannst Du dann direkt in ScanScore wiedergeben und zum Klingen bringen.

Kann OMR Musiknoten transponieren?

Auch das ist eine Frage, deren Antwort teils vom jeweils verwendeten OMR-Programm abhängig ist. Die meiste Optische Notenerkennungssoftware ist dazu nicht in der Lage, da Transposition in der Regel im Aufgabenbereich von Notensatzsoftware wie Finale oder Sibelius gesehen wird.

Allerdings ist ScanScore seit der zweiten Edition in der Lage, direkt im Programm Noten, Einzelstimmen oder ganze Partituren zu transponieren.

Natürlich kannst Du über den in ScanScore verfügbaren MusicXML-Export Deine Noten auch in die oben genannten Notensatzprogramme importieren und dort transponieren und weiterverarbeiten. In unserem Blog gibt es weitere Artikel dazu, wie etwa PDF-Noten über ScanScore nach Finale oder Sibelius geholt werden können.

Was ist MusicXML? 

MusicXML ist ein spezielles Dateiformat, das auf dem Datenformat XML beruht. Es enthält all die musikalischen Informationen, die oben beschrieben wurden und nötig sind, um eine musikalische Partitur les- und editierbar zu machen. Das Dateiformat ist nicht geschützt und wird glücklicherweise von allen gängigen Notensatz- bzw. Musikeditierprogrammen unterstützt.

Dieses standardisierte Dateiformat wurde 2005 eingeführt und setzte sich schnell durch, das es den Zugang zu digitalen Musiknoten und den Austausch dieser zwischen Komponisten, Arrangeuren, Musikern und Produzenten weltweit stark vereinfachte.

ScanScore unterstützt dieses Format und ist fähig, alle gescannten Musiknoten ohne Datenverlust im MusicXML-Dateiformat abzuspeichern und zu exportieren, sodass es kompatibel mit allen verbreiteten Notensatzprogrammen ist.

An welcher Stelle steht OMR im digitalen Musik-Setup? 

OMR hat sich zu solche einer hochspezialisierten und komplizierten Sparte entwickelt, dass Notensatzprogramme in der Regel diese Funktionen nicht erfüllen (oder dies nur unzulänglich tun).

Die meisten Musiker müssen Musiknoten einscannen und bearbeiten können, um sie etwa in ihr Notensatzprogramm oder DAW-Software importieren zu können.

Deshalb ist es sinnvoll, eine OMR-Software etwa mit folgenden Notensatzprogrammen zusammen zu benutzen:

  • Finale
  • Sibelius
  • MuseScore
  • Notion
  • Dorico

Wenn Du des Weiteren ein Programm zum Sequenzieren und Produzieren benutzen willst (sogenannte DAW-Software), dann sind folgende empfehlenswert: 

  • Garage Band
  • Abelton Live
  • FL Studio
  • Avid Pro Tools

Am Anfang jedes digitalen Musik-Setups, für das Du Dich entscheidest, steht eine OMR-Software wie ScanScore. 

Fazit

Wir hoffen sehr, Dir nähergebracht zu haben, was OMR ist und was es ausmacht.

Dieses Forschungsfeld existiert seit den 1960er-Jahren und ist weit komplizierter, als etwa nur ein Bild zu scannen.

Zum Glück steht mit ScanScore eine OMR-Software bereit, die von 60 Jahren Forschung profitiert und diese mit App-kompatiblen Funktionen kombiniert.

Wenn Du sehen möchtest, wie ScanScore genau arbeitet, schaue Dir unbedingt dieses Video an und wirf einen Blick auf die ScanScore-Produkte, die zu moderaten Preisen erhältlich sind.

ScanScore Einführungsvideo

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