Wer mit ScanScore arbeitet, begegnet zwei verschiedenen Arbeitsmodi: dem Scan-Modus und dem Score-Modus. Auch wenn beide im selben Programm integriert sind, erfüllen sie grundlegend unterschiedliche Aufgaben.
In diesem Artikel erfährst du, wo die Unterschiede liegen, wann du welchen Modus verwendest und worauf du beim Wechsel achten musst – inklusive Tipps für den sicheren Export in Notensatzprogramme wie MuseScore oder Dorico.
Der Scan-Modus – das Herzstück von ScanScore
Der Scan-Modus ist der zentrale Arbeitsbereich von ScanScore. Hier geschieht alles, was zur Erkennung und Korrektur deiner eingelesenen Noten nötig ist.
Das Ziel: Eine möglichst genaue digitale Reproduktion deiner Vorlage.
Im Scan-Modus kannst du:
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PDFs, Bilder oder Scans importieren
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Fehler in Rhythmus, Stimmen, Taktart oder Wiederholungen erkennen und beheben
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Instrumente und Systeme anpassen
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Liedtexte, Akkorde und Ausdruckszeichen zuordnen
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Navigationselemente wie Coda, Segno oder Voltas setzen
Wichtig: Im Scan-Modus bleibt die ursprüngliche Struktur erhalten.
Du kannst keine neuen Takte oder Instrumente hinzufügen, da der Fokus auf der Synchronität mit der gedruckten Vorlage liegt.
Der Score-Modus – weiterführende Bearbeitung
Wenn die Korrektur im Scan-Modus abgeschlossen ist, kannst du in den Score-Modus wechseln. Dieser Modus ist dafür gedacht, die Partitur weiterzubearbeiten – über die reine Fehlerkorrektur hinaus.
Typische Funktionen im Score-Modus:
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Takte einfügen oder löschen, um die Struktur zu ändern
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Neue Instrumente hinzufügen, um Arrangements zu erweitern
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Einzelstimmen erzeugen und exportieren
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Nutzung eines eigenen Layout-Menüs:
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Anzahl der Takte pro System oder Systeme pro Seite definieren
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Notenzeilen manuell verschieben
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Seitenränder und Positionierungen anpassen
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Der Score-Modus ist hilfreich, wenn du eine korrigierte Partitur individuell anpassen oder weiterentwickeln möchtest – etwa für eine Probe, ein Arrangement oder eine neue Instrumentierung.
Achtung: Der Wechsel ist endgültig
Ein wichtiger Hinweis:
Sobald du aus dem Scan-Modus in den Score-Modus wechselst, wird das Projekt in einem neuen Format (.ssnf) gespeichert. Die ursprüngliche Scan-Datei (.scsc) bleibt erhalten – aber:
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Du kannst nicht mehr zurück in den Scan-Modus wechseln
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Alle Scan-spezifischen Werkzeuge stehen im Score-Modus nicht mehr zur Verfügung
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Korrekturen an der Erkennung müssen vorher abgeschlossen sein
Deshalb gilt:
Beende alle Korrekturen im Scan-Modus vollständig, speichere deine .scsc-Datei und überlege erst dann, ob du im Score-Modus weiterarbeiten möchtest.
Empfehlung: Exportiere nach der Korrektur zu einem Notensatzprogramm
Obwohl der Score-Modus einige erweiterte Funktionen bietet, empfehlen wir bei größeren Bearbeitungen die Arbeit in einem professionellen Notensatzprogramm wie:
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MuseScore
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Dorico
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Sibelius
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Finale
Diese Programme sind auf Layout, Ausdruck, Notensetzung und Arrangements spezialisiert. ScanScore dagegen fokussiert sich auf das, was es am besten kann: das zuverlässige Scannen und Korrigieren von Notenmaterial.
Der empfohlene Workflow lautet daher:
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Scannen und Korrigieren im Scan-Modus
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Export als MusicXML-Datei
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Weiterbearbeitung im Notensatzprogramm deiner Wahl
Fazit
ScanScore trennt bewusst zwischen Scan-Modus und Score-Modus, um dir einen klaren, effizienten Arbeitsablauf zu ermöglichen:
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Nutze den Scan-Modus für die exakte Korrektur deiner Vorlage
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Wechsle nur bei Bedarf in den Score-Modus, wenn du weiterarbeiten willst
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Sichere vorher deine Scan-Datei – ein Zurück gibt es nicht
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Für professionelle Notensatz-Aufgaben ist der Export zu MuseScore & Co. der empfohlene Weg